Gerade stolperte ich zufällig über Thomas Knüwers Blog-Artikel “Privat halte ich mich eher mit den Internet zurück“.

Er beginnt mit folgendem Absatz:

“Stellen Sie sich vor, Sie arbeiteten in der Marketingabteilung eines Unternehmens und wären dabei, eine Werbeagentur zu suchen. Es stellt sich ein möglicher Dienstleister vor und der Kreativchef sagt: ‘Ach, privat blende ich Werbung eigentlich aus.’”

Danach geht es exzellent weiter. Es geht darum, dass das, was man im Job macht, einen vielleicht auch in seiner Freizeit interessieren sollte. Meine volle Unterstützung. Immerhin macht man sonst 40 Stunden die Woche etwas, was einen den Rest der Zeit vielleicht gar nicht interessiert. Aber zurück zu den beiden Sätzen.

Mein AdBlocker-Test

Gestolpert bin ich über den ersten Absatz aus einem anderen Grund. Ich habe genau das getan. Den ganzen Juni hatte ich einen Werbeblocker an. Unser Mitarbeiter Bastian Striewe hatte ein Paper zu dem Thema verfasst und ich wollte es einfach mal ausprobieren. Ich wollte nachvollziehen, warum insbesondere männliche Jugendliche in (für Werbende) erschreckender Zahl einen AdBlocker installiert haben. Niemand zwingt sie dazu … oder vielleicht doch?

Das Fazit: Nach einem Monat fehlte mir nichts. Keine Seite sah komisch aus und vor allem störte nichts beim Lesen. Hätte ich nicht einen Reminder programmiert, ich hätte den Blocker wahrscheinlich nie wieder ausgeschaltet. Und überhaupt, nur mein Wissen, dass Publisher davon leben, dass ich den Blocker nicht anschalte, hat mich überhaupt veranlasst, den Reminder zu programmieren.

Vor ein paar Minuten jedoch surfte ich auf den Seiten der W&V. Auch  hier wieder ein exzellenter Blog-Post. Aber: Ich musste mich förmlich durch die Werbung zum Artikel vorarbeiten.

Screenshot von wuv.de nahezu nur bestehend aus Werbung

Auf meinem 27″ Screen sehe ich nur die Überschrift sowie die ersten zwei Zeilen des Textes. Ausgerechnet Adobe als Hauptsoftwarelieferant der Branche und W&V als Branchenmagazin haben es geschafft, dass ich nun darüber nachdenke, den Blocker wieder anzuschalten.

Vielleicht sollten wir uns – als Branche im Gesamten – doch noch mal genauer Gedanken über die Werbeformen im Internet machen. Auch unsere Zahlen bestätigen: Schrille und auffällige Banner funktionieren am besten. Die Frage ist halt nur … wie lange noch?