Momentan hat man als Online Marketer wirklich das Gefühl, Facebook bringt ein neues Feature nach dem nächsten an den Start. Die beiden neuen Werbeformen lassen vermuten, dass Facebook sich nun die ganz besonders großen Stücke des Online-Marketing Kuchens sichern möchte. Sieht man sich das Potential an, bringt Facebook damit den bisher größten Player Google vermutlich ganz schön ins Schwitzen.

Local Awareness

Facebook testet in den USA zur Zeit eine Werbemöglichkeit namens „Local Awareness“. Möglich wird dadurch die Auslieferung von Werbung in einem vom Seitenbetreiber um sein Ladenlokal oder Unternehmen definierten Radius. Das ist aber noch nicht alles. Facebook ermöglicht es uns dazu noch, das Targeting durch weitere Angaben wie z.B. Alter oder Geschlecht zu verfeinern.

Ich denke jeder kann sich an beiden Händen zusammen zählen, welche neue Möglichkeiten vor allem für stationär tätige Unternehmen geschaffen werden. Als Betreiber einer Diskothek könnte man z.B. an Jugendliche von 18 bis 25 Jahren im Umkreis von 2 km um die Kölner Altstadt zeigen, dass gerade Happy Hour ist. Ein neu eröffnetes Café in einer Seitenstraße zur Fußgängerzone könnte so mit großen Reichweiten auf sich aufmerksam machen. Das sind nur zwei von vielen Beispielen, die einem dazu spontan einfallen.

Eigentlich interessant in diesem Moment ist die Möglichkeit, die Facebook vermutlich schon als nächsten Schritt im Petto hat. Wenn sich diese Informationen jetzt auch noch ergänzen ließen durch die Targeting-Möglichkeiten, die mir ansonsten auch zur Verfügung stehen, bekommt die ganze Sache eine enorme Power. Es ließen sich dann z.B. alle, die an Jazz interessiert sind und in der Nähe des örtlichen Jazz-Clubs wohnen darüber informieren lassen, wer am heutigen Abend ein Konzert dort spielt. Vorstellbar wäre auch, dass man Personen die sich für Mode interessieren und sich zur Zeit in der Einkaufsstraße befinden auf die neue Kollektion von H&M oder ähnlichen Marken aufmerksam macht.

Dazu noch Facebook Atlas

Bisher war es mithilfe von Facebook ausschließlich möglich, innerhalb der Plattform zu werben. Die Besonderheit: Die Zielgruppe lässt sich sehr genau auswählen, denn Facebook besitzt eine Menge Daten, die seine Nutzer entweder selbst von sich preisgeben oder die anhand des Surfverhaltens generiert werden. So lässt sich also auf Alter, Geschlecht, Interessen oder besondere Vorlieben der Nutzer zielen, um möglichst genau die gewünschte Zielgruppe zu treffen. Daneben besteht auch die Möglichkeit, eine Zielgruppe durch die sog. „Custom Audiences“ manuell zu erstellen. Das können z.B. Nutzer sein, die bereits auf der eigenen Homepage waren und durch Cookies identifiziert werden oder es lassen sich sogar ganze E-Mail-Listen hochladen, die Facebook dann mit seinen Nutzern vergleicht und Werbung an alle Nutzer ausliefert, die mit einer der E-Mail-Adressen bei Facebook registriert sind.

FB_Atlas

Was kann Atlas, was andere Display-Netzwerke oder Daten-Anbieter nicht können?

Cross Device

Die User heutzutage sind in der Regel an mehr als einem Gerät im Netz unterwegs. Am Schreibtisch surft man über den Laptop, in der Bahn benutzt man sein Handy und auf dem Sofa mit dem Tablet. Nicht nur die neuesten Ankündigungen wie z.B. die Apple Watch lassen vermuten, dass diese Entwicklung noch nicht beendet ist. Bisher war es so gut wie unmöglich, Nutzer zu identifizieren, die sich mit mehreren Geräten im Web bewegen. Das führt dazu, dass mir z.B. nach dem Schuh-Kauf auf dem Tablet trotzdem auf den anderen Geräten weiter die Werbung für die bereits gekauften Schuhe angezeigt wird. Durch diese Lücke zwischen den Geräten, verpulvern Werbetreibende sehr viel Geld, weil ihre Werbung nicht besonders gut auf die Zielgruppe passt.

Durch das Login bei Facebook ist hier allerdings die Lücke geschlossen. Bin ich auf den drei Geräten mit Facebook verbunden, dann bin ich für das Display-Netzwerk eine Person.

Echte Daten

Die Daten, die Google in der Regel nur „erraten“ kann, servieren wir als User bei Facebook in der Regel auf dem Präsentierteller. Durch die Angaben in unserem Profil und das Surfverhalten bei Facebook kann das Netzwerk uns und unsere Interessen sehr gut einschätzen. Ich empfehle jedem, sich einmal seine Facebook-Daten herunterzuladen, denn hier listet Facebook auch auf, in welche Werbe- bzw. Interessenskategorien man selbst fällt.
Wozu führt das?

Diese Entwicklung, die Facebook hier gerade geht, wirft doch einige Fragen auf, wie es in Zukunft um die Online-Marketing-Welt bestellt ist. Zum einen werden den Werbetreibenden viele neue Möglichkeiten gegeben, die richtige Zielgruppe zu erreichen. Zum anderen wird sich die Auswahl an Werbe-Netzwerken dadurch drastisch minimieren um in Zukunft nur noch aus den Größen wie Facebook, Google, Amazon und wenigen anderen zu bestehen. Das wird logischerweise dazu führen, dass die Preise nicht gerade günstiger werden. Ob die Genauigkeit des Targetings das aufwiegen kann, wird sich zeigen.

Wir sind gespannt, was sich aus den neuen Entwicklungen und Potentialen ergeben wird und können es kaum erwarten, die ersten Projekte mit Ihnen anzugehen. Sprechen Sie uns einfach an und und wir beraten Sie gerne!